- Das Sanipor-Verfahren, zur nachträglichen Abdichtung undichter Kanäle und Leitungen im nicht begehbaren Durchmesserbereich erreicht diesen Effekt durch eine chemische Verfestigung der umgebenden Rohreinbettung. Dazu wird der zu sanierende Leitungsabschnitt mit einer zähflüssigen S1 Komponente gefüllt, die durch die undichten Stellen an Rohr und Rohrverbindung in die Rohrbettung eindringt. Im zweiten Schritt wird die wasserähnlich dünnflüssige S2 Komponente zugegeben, die im ungebenden Boden mit der S1 Komponente eine chemische Bindung eingeht und auf dieser Weise die Rohreinbettung abdichtet und gleichzeitig verfestigt.
- Das entstehende sandsteinartige Silikatkonglomerat haftet an der Rohraußenwand und dichtet diese gegen Infiltration und Exfiltration ab. Die nachträgliche Wasserdichtheitsprüfung nach DIN 4033 bestätigt den Erfolg dieser Methode.
- Das Sanipor-Verfahren konnte seine Eignung zur Kanalsanierung mit der ersten Zulassung auf diesem Gebiet durch das Deutsche Institut für Bautechnik mit der Nr. Z-42.3-11 unter Beweis stellen. Die Zulassung basiert auf den vom Sachverständigenausschuß Abwasserleitungen erarbeiteten Richtlininen: "Beurteilungskriterien für die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung von Bauarten für die Sanierung und Instandhaltung von Abwasserkanälen und -leitungen der Grundstückentwässerung". Zusätzlich wurde vor allem die Umweltverträglichkeit der Injektionsmittel unter Mitwirkung des Bundesgesundheitsamtes und Umweltbundesamtes untersucht und als umweltverträglich bewertet.
Anwendungsbereich und ökologische Verträglichkeit
Das Sanipor-Verfahren dient zur Abdichtung von undichten aber noch standsicheren Rohrleitungen unter folgenden Voraussetzungen:
- Radialrisse mit einer Breite <= 5 mm
- Längsrisse mit Rißbreiten <= 2 mm
- Kombinationen von Ring- und Längsrisse unter vorgenannten Bedingungen
- Instandsetzung von Rohrverbindungenund Anschlußstellen, unabhängig vom Rohrwerkstoff und Rohrquerschnitt.
Sanipor kann im Bereich über und unter dem Grundwasserspiegel angewendet werden. Die Systemlösungen wurden auf Toxizität, biologische Abbaubarkeit und Grundwassergefährdung geprüft. Die Umweltunbedenklichkeitsbescheinigung des DIFBT liegt seit 1992 vor und war Voraussetzung für den für die Zulassung erforderlichen Ausführungsnachweis.
Das Sanipor-Verfahren ist ein besonders wirtschaftliches Verfahren zur Sanierung undichter Rohrleitungen weil:
- Anschlußleitungen und Schächte im gleichen Arbeitsgang gedichtet werden können, ohne daß besondere Baumaßnahmen notwendig wären.
- Industrielle Leitungsnetze mit kleinen Durchmessern, die verzweigt und abgewinkelt angeordnet sind, mit Sanipr besonders effektiv erreicht und abgedichtet weden.
- Kontaminierte Böden durch die spezielle Art der Verfestigung wasserunlöslich gemacht und eingeschlossene Schadstoffe immobilisiert werden.
Für die Ausführung des Sanipor-Verfahrens sind besonders diejenigen Firmen geeignet, die sich mit der Instandhaltung, Wartung und Inspektion von Kanälen und Leitungen befassen.
Mechanische und chemische Eigenschaften
Das anorganische Konglomerat aus ausgehärteten Injektionslösungen und "verkittetem" Bodenmaterial in der Leitungszone kann abhängig von der Bodenart unterschiedliche physikalische festigkeiten aufweisen.
Demohaltung vor...
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- Die Prüfkörper wurden aus einem in der Leitungszone üblichen schwach bindigen Mischboden (GT) getränkt mit den Sanipor-Lösungen S1 und S2 hergestellt und geprüft, wobei sich folgende Durchschnittwerte ergaben:
- - Druckfestigkeit: Kurzzeit 0,5-1,2; Langzeit 1,2-1,5 N/qmm,
- - Haftfestigkeit: an Beton 0,74-0,89 N/qmm; glasiertem Steinzeug 0,85-0,1 N/qmm; unglasiertem Steinzeug 0,14 N/qmm; Gußeisen 0,12-0,17 N/qmm
- - die Wasserdichtheit des Konglomerats wurde in Anlehnung an DIN 4033 geprüft und beträgt 0,48l/N/qm x 24 h und liegt damit erheblich unter dem zugelassenen Wasserzugabewerten nach DIN 4033, Tab.2.
- - Schrumpfrisse oder Risse infolge Austrocknung treten nicht auf
- - Chemische Beständigkeit des Sanipor-Konglomerates: pH 1 - pH 10.
- - Biochemische Angriffe treten nicht auf.
- - Neutrales Verhalten gegenüber organischen Substanzen, u.a. Kohlenwasserstoffen.
- - Im Dauertest mit Hochdruckreinigung ergab sich keine Beeinträchtigung der außenliegenden Abdichtungsschicht.
Ausführung der Sanierungsarbeiten
Vor Beginn der Arbeiten müssen alle relevanten Kanaldaten anhand des Entwässerungsbestandes in Anlehnung an das ATV Merkblatt M143 (Inspektion, Instandsetzung, Sanierung) erfaßt und vor Ort überprüft werden. Zunächst werden die Prüfabschnitte, in der Regel eine Kanalhaltung mit 1 oder 2 Schächten und den zugehörigen Anschlußleitungen, gereinigt und mit Absperrblasen abgedichtet.
Es folgt die Wasserdichtheitsprüfung dieses Abschnittes mittels Wasserfüllung aus einem Tankwagen bis Oberkante Schacht. Die gemessene Spiegelabsenkung im Schacht ist in Verbindung mit dem zuvor berechneten Füllvolumen ein Maß für die vorhandene Wasserverlustmenge und die erforderlichen Füllmengen der Injektionslösungen.
Der nächste Schritt ist das Auffüllen der Haltung mit der Injizierlösung S1 bis mindestens 2m über der Rohrsohle bzw. bis zur Schachtoberkante. Wenn nach ca. 40 Minuten die Absenkung der S1-Lösung ein bestimmtes Maß erreicht hat und an den undichten Stellen in den Einbettungsbereich ausgetreten ist, wird sie abgepumpt und (nach einer Zwischenspülung mit klarem Wasser) mit S2-Lösung aufgefüllt. Je nachdem ob die Spiegelabsenkung der S2-Lösung zum Stillstand kommt oder weitergeht, ist die Abdichtung erreicht oder muß ein weiterer Auffüllungszyklus S1/S2 durchgeführt werden, solange bis die Absetzkurve hotizontal verläuft.
Mit dem Stillstand des Absenkvorganges der S2-Lösung ist im Prinzip bereits die erfolgreiche Abdichtung nachgewiesen.
Langzeitwirkung der chemischen Bodenverfestigung und Dauerhaftigkeit der Abdichtung
Die Matrix der chemischen Bodenverfestigung besteht aus Siliziumoxid und Silikaten, ähnlich, wie bei Glas oder Email, die eine Alterung, vergleichbar mit der organischer Polymere, ausschließt. Die Dauerhaftigkeit der Abdichtung ist gesichert durch das schrumpffreie und rißfreie Verhalten der Sanipor-Matrix in allen Temperaturbereichen - das langzeitige Veränderungen ausschließt.
Im Hinblick auf den baupraktischen Aspekt werden Auflagerung und Einbettung der Rohrleitung durch die chemische Bodenbefestigung unter Umständen erneuert bzw. stabilisiert.
Weltweit ist das Sanipor-Verfahen basierend auf den langjährigen Erfahrungen seiner entwicklungstechnischen Vorläufer seit 1987 erfolgreich im Einsatz. In den USA, Canada, Südafrika, England, Holland, Australien, Ungarn, Polen und Frankreich sind über 70 km Referenzen vorhanden, in Süddeutschland wurden seit 1992 bisher über 10 km Industrieleitungen, öffentliche Kanäle in München, Berlin, Köln, Nürnberg, Augsburg, Dingolfing und Hausanschlüsse abgedichtet.
... und nach der Sanierung |