- Im Zuge steigenden Interesses am Umweltschutz ist in den letzten Jahren die Gefahr einer schadhaften Abwasserkanalisation (evtl. Exfiltration von Abwasser bzw. Infiltration Grundwasser) erkannt worden.
- So zeigt eine Umfrage der ATV von 1990 zum Zustand der öffentlichen Kanalisation zum Beispiel, daß die Anschlußleitungen und die Leitungen auf privaten Grundstücken biz zu 40% als schadhaft zu bezeichnen sind. Eine besondere Problematik hinsichtlich der Schadensbehebung stellen natürlich die nichtbegehbaren Kanäle dar, die 80-95% aller Kanäle abdecken; hierzu gehören auch die ca. 900.000 km Anschluß- und Grundleitungen.
- Ein technisch interessantes Verfahren, das besonders kleine Kanäle und Leitungen saniert, ist das seit 1987 bekannte Sanipor®-Verfahren. Bei diesem Reparatur-Verfahren wird eine Haltung, nachdem das Abwasser durch Absperren mit z.B. Blasen aufgestaut wurde und die Haltung gereinigt wurde, mit zwie miteinander reagierenden Lösungen auf der Basis von Wasserglas aufgefüllt.
- Dem Sanipor®-Verfahren wurde 1993 das europäische Patent und 1994 die allgemeine bauaufsichtliche und baurechtliche Zulassung vom deutschen Institut für Bautechnik für die Sanierung von Abwasserleitungen von DN 100 bis DN 500 erteilt.
- Die Kanäle wiesen als Schäden undichte Muffen mit starker Grundwasser- und Sandinfiltration auf, so daß die Gefahr des Einsackens der Gehwegbefestigung bestand. Wegen der starken Infiltration durch die Nähe des Baches Dahme und der großen Durchlässigkeit des Bodens waren mehrere Abdichtungszyklen notwendig. Trotzdem betrug die Sanierungsdauer mit Absperrung und Reinigung vor und nach der Maßnahme nicht mehr als ca. 2 Wochen. Die Infiltration von Wasser und Sand wurden gestoppt und durch eine Abnahme der Berliner Wasserbetriebe bestätigt.
- Prof.Dr.-Ing. v.Wagner, Berlin
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